DIN 18041: Nachhallzeit im Büro richtig planen (mit Rechenbeispiel)
Was DIN 18041 für Büros verlangt, wie Sie T_soll berechnen und wie VDI 2569 und ISO 22955 das Großraumbüro bewerten – mit Rechenbeispielen und Maßnahmen.

DIN 18041 gibt die Soll-Nachhallzeit im Büro über das Raumvolumen vor: Für Besprechungs- und Konferenzräume (Kategorie A, Gruppe A3 „Unterricht/Kommunikation“) gilt T_soll = 0,32·lg(V) − 0,17 s, also rund 0,39 s bei 56 m³; Großraumbüros werden als Räume der Kategorie B über das Verhältnis von Absorptionsfläche zu Raumvolumen geplant, ergänzt durch VDI 2569 und ISO 22955. Hier beide Rechnungen und die passenden Maßnahmen.
Was DIN 18041 regelt: Hörsamkeit in Kategorie A und B
DIN 18041 „Hörsamkeit in Räumen“ (2016) ist in Deutschland die Planungsgrundlage der Raumakustik. Hörsamkeit heißt: Wie gut versteht man Sprache? Die Norm kennt zwei Kategorien:
- Kategorie A – Hörsamkeit über mittlere und größere Entfernungen. Die Norm gibt je Nutzungsart eine Soll-Nachhallzeit T_soll als Funktion des Raumvolumens vor; Besprechungs-, Konferenz- und Schulungsräume rechnen wir nach der Gruppe A3 „Unterricht/Kommunikation“.
- Kategorie B – Hörsamkeit über geringe Entfernungen. Großraumbüros, Kantinen, Verkehrsflächen: hier arbeitet die Norm nicht mit einer festen Nachhallzeit, sondern mit Mindestanforderungen an die Absorption im Verhältnis zum Raumvolumen.
Die Sollwerte gelten für den eingerichteten Raum. Prüfen Sie die genaue Anforderung mit Ihrem Akustiker; er ordnet Ihren Raum der richtigen Gruppe zu.
Die Formel für A3 und typische Bürovolumen
Für Gruppe A3 gilt T_soll = 0,32 · lg(V) − 0,17 s (V in m³, lg = dekadischer Logarithmus):
| Raumvolumen V | Rechnung | T_soll |
|---|---|---|
| 56 m³ (Besprechungsraum 5 × 4 m, 2,8 m hoch) | 0,32 × 1,748 − 0,17 | 0,39 s |
| 200 m³ (Schulungsraum) | 0,32 × 2,301 − 0,17 | 0,57 s |
| 1.000 m³ | 0,32 × 3,000 − 0,17 | 0,79 s |
Kleine Besprechungsräume sind am anspruchsvollsten: 0,39 s erreicht kein Raum mit Gipsdecke, Glaswand und Hartboden von allein.
Rechenbeispiel Besprechungsraum: von 0,9 s auf den Sollwert
Besprechungsraum 5 × 4 m, 2,8 m hoch = 56 m³, Teppichfliesen, Glaswand, Bildschirm an der Stirnwand. Gemessen: 0,9 s. Sollwert nach A3: 0,39 s. Sabine-Formel A = 0,161 × V / T:
- A heute = 0,161 × 56 / 0,9 = 10,0 m² Sabine
- A Soll = 0,161 × 56 / 0,39 = 23,1 m² Sabine
- Hinzuzufügen: 23,1 − 10,0 = 13,1 m² Sabine
Vorschlag: 12 m² Deckensegel der Klasse A (angenommen αw 0,9) = 10,8 m² Sabine, plus eine Platte rPET Panel (12 mm, 2.440 × 1.220 mm) auf 100 mm Luftschicht gegenüber dem Bildschirm: 2,98 m² × 0,80 = 2,4 m² Sabine. Neu 13,2 m², mit den vorhandenen 10,0 m² also 23,2 m²: T = 0,161 × 56 / 23,2 = 0,39 s – Sollwert getroffen. Wer den Raum komplett mit Paneelen auskleidet, landet unter dem Toleranzband: Bei DIN 18041 ist mehr nicht automatisch besser. Die Frequenzabhängigkeit – tiefe Töne verlangen dickere Paneele oder einen Luftspalt dahinter – prüfen Sie mit Ihrem Akustiker.
Großraumbüro: Kategorie B, VDI 2569 und ISO 22955
Im Großraumbüro greift die A3-Formel nicht: Dort stört nicht der Nachhall allein, sondern die verständliche Sprache der Kollegen. Neben Kategorie B der DIN 18041 gelten deshalb zwei weitere Regelwerke:
- VDI 2569 „Schallschutz und akustische Gestaltung im Büro“ ergänzt DIN 18041 für Büros; ISO 22955 beschreibt die akustische Qualität offener Büros. Prüfen Sie die genaue Anforderung mit Ihrem Akustiker.
- ISO 22955 (2021) beschreibt die akustische Qualität offener Büros nach Tätigkeit – überwiegend Telefonie, Projektarbeit im Team, konzentrierte Einzelarbeit.
Die Zahlenwerte gehören in ein Gutachten; prüfen Sie die genaue Anforderung mit Ihrem Akustiker. Richtwerte aus unserer Praxis: 0,5 bis 0,8 s für die offene Fläche, ≤ 0,5 s in Konzentrationszonen; für Besprechungsräume gilt ohnehin die A3-Formel. Über 1,0 s braucht es zuerst Absorption; wer um 0,6 s liegt und trotzdem Unruhe hat, braucht Zonierung und Telefonboxen.
Rechenbeispiel Großraumbüro 720 m³
Fläche 20 × 12 m, 3 m hoch = 720 m³, Estrich, Betondecke. Geschätzt: 1,2 s. Ziel: 0,7 s.
- A heute = 0,161 × 720 / 1,2 = 96,6 m² Sabine
- A Ziel = 0,161 × 720 / 0,7 = 165,6 m² Sabine
- Hinzuzufügen: 165,6 − 96,6 = 69 m² Sabine
Nur mit Wandpaneelen – rPET Panel 12 mm auf 100 mm Luftschicht, αw 0,80 – wären das 69 / 0,80 = 86 m². Besser verteilt:
- Decke: 50 m² Deckenelemente der Klasse A (angenommen αw 0,9) = 45 m² Sabine. Alternative: eine fugenlose akustische Spanndecke, die unser Schwesterunternehmen STRETCH an einem Tag montiert.
- Wände: 30 m² rPET Panel 12 mm auf 100 mm Luftschicht (αw 0,80, Klasse B) = 24,0 m² Sabine auf den Reflexionspunkten.
- Zusammen 69,0 m² Sabine: T = 0,161 × 720 / (96,6 + 69,0) = 0,70 s – Ziel erreicht.
Maßnahmen in der Reihenfolge ihrer Wirkung
1. Decke zuerst. Die größte zusammenhängende Fläche und die einzige, die jeder Arbeitsplatz „sieht“. 60 bis 80 % der Deckenfläche absorbierend – Spanndecke oder Deckenelemente aus rPET – lösen meist das Nachhallproblem.
2. Wandpaneele auf die Reflexionspunkte. Schall reflektiert am stärksten an der Wand gegenüber der Quelle und an den Längswänden. Dort gehören Akustikpaneele aus recyceltem PET hin, in Ohrhöhe bis etwa 2,2 m – nicht über den Schränken. rPET Groove: zehn Lagerfarben und jede Farbe auf Bestellung, 12/24/36 mm mit NRC 0,55 / 0,75 / 0,90, B-s1,d0 in Weiß, Grau und Schwarz und B-s2,d0 in den übrigen Farben nach EN 13501-1; die glatte Platte rPET Panel (12 mm) erreicht je nach Montage αw 0,80 (Klasse B nach ISO 11654) mit 100 mm Luftschicht und 1,00 (Klasse A) mit 50 mm Luftschicht und 50 mm Steinwolle. Alternativen: rWood Groove mit FSC-Furnier (αw 0,90, Klasse A) und die Textilpaneele Interior (αw 1,0, Klasse A).
3. Zonieren mit Divide. Vierzig Arbeitsplätze sind akustisch ein einziger Raum. Divide sind freistehende, beidseitig absorbierende Stellwände (αw 1,0, Klasse A) mit integriertem Fuß, magnetisch koppelbar, ohne Montage.
4. Telefonboxen für Telefonate und Videokonferenzen. Telefonate auf der Fläche stören am meisten; dagegen hilft eine Telefonbox. Eine Akustikkabine wie Solo Flex braucht 1 m², lüftet mit 4,6 m³/min und mindert den Sprachpegel um rund 24 dB(A) – Klasse C nach ISO 23351-1. Ab 4.118,75 € zzgl. MwSt. ohne Montage; Montage durch unser Team 1.245 €, Transport auf dem europäischen Festland – also auch nach Deutschland – 500 €, jeweils zzgl. MwSt.; eine Kabine je acht bis zehn Arbeitsplätze. Für zwei Personen: Duo ab 7.612,50 € zzgl. MwSt. Vergleich: Preisleitfaden für Telefonboxen.
5. Meeting-Pods. Fehlen Besprechungsräume, landen Besprechungen auf der Fläche. Modular XL ist ein Raum-in-Raum-System für sechs bis zehn Personen, erweiterbar in 90-cm-Elementen, 25,9 dB(A) Sprachpegelminderung (Klasse C), ab 13.781,25 € zzgl. MwSt. ohne Montage (Montage durch unser Team 1.645 € für das Grundmodul plus 1.245 € je zusätzlichem Element; Transport auf dem europäischen Festland 750 €, jeweils zzgl. MwSt.), freistehend aufgestellt.
Fertigung, Lieferzeit und Rücknahme
Re-Sound ist eine Marke der Stretch Group. Wir fertigen in unseren eigenen Werken in Beveren-Waas (Belgien) und Częstochowa (Polen). rPET Groove liefern wir in etwa 3 bis 4 Arbeitswochen, Kabinen in Standardkonfiguration in 4 bis 6 Wochen. Montage wahlweise selbst (zwei Personen, unter drei Stunden für Solo Flex) oder durch unser Team (rund eine Stunde je Einzelkabine, zwei je Meeting-Pod, zwei bis sechs für Modular XL). Akustikpaneele nehmen wir in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Luxemburg kostenlos zurück; Kabinen lassen sich weiterverkaufen oder als Bausatz zerlegen und recyceln.
Wo steht Ihr Büro akustisch? Schicken Sie uns über die Kontaktseite Grundriss und Raumhöhe; Sie erhalten eine erste Absorptionsrechnung und ein kostenloses Musterpaket. Kabinen und Paneele stehen in unserer Ausstellung in Beveren-Waas; Händler unter Wo kaufen.
Häufige Fragen
Welche Nachhallzeit verlangt DIN 18041 für ein Büro? Für Besprechungs- und Konferenzräume (Kategorie A, Gruppe A3) gilt T_soll = 0,32·lg(V) − 0,17 s: rund 0,39 s bei 56 m³, 0,57 s bei 200 m³. Großraumbüros zählen zur Kategorie B; dort empfiehlt die Norm ein Mindestverhältnis von Absorptionsfläche zu Raumvolumen, ergänzt durch VDI 2569 und ISO 22955. Prüfen Sie die genaue Anforderung mit Ihrem Akustiker.
Wie viel Absorption braucht ein Großraumbüro von 720 m³? Von 1,2 s auf 0,7 s nach Sabine: 0,161 × 720 / 0,7 = 165,6 m² Sabine, vorhanden sind 96,6 m², also 69 m² Sabine zusätzlich – zum Beispiel 50 m² Deckenelemente der Klasse A und 30 m² rPET Panel 12 mm auf 100 mm Luftschicht (αw 0,80, Klasse B). Telefonate auf der Fläche löst das nicht; dafür planen Sie Telefonboxen ein.
Ersetzt eine Telefonbox die Akustikpaneele? Nein. Paneele senken den Nachhall der ganzen Fläche, eine Telefonbox löst das Problem einer sprechenden Person. Solo Flex mindert den Sprachpegel um rund 24 dB(A) – Klasse C nach ISO 23351-1 – und kostet ab 4.118,75 € zzgl. MwSt. ohne Montage; Modular XL erreicht 25,9 dB(A), ebenfalls Klasse C. Ein gut geplantes Büro braucht beides.
Quellen: DIN 18041:2016-03 (Hörsamkeit in Räumen); VDI 2569 (Schallschutz und akustische Gestaltung im Büro); ISO 22955:2021 (akustische Qualität offener Büros); ISO 11654 (Absorptionsklassen); ISO 23351-1 (Sprachpegelminderung von Kabinen); EN 13501-1 (Brandverhalten); W. C. Sabine (Nachhallformel); Produktdaten Re-Sound.