Akustik im Großraumbüro verbessern: sieben Maßnahmen, die wirken

Zu laut im Großraumbüro? Sieben Maßnahmen, die wirken – von Decke und Wandpaneelen bis zur Telefonbox – mit Richtwerten, Reihenfolge und Budget.

Großraumbüro mit Wandpaneelen rPET Groove und einer Telefonbox Solo Flex

Ein Großraumbüro wird nicht aus bösem Willen laut, sondern durch harte Oberflächen und zu viele Menschen, die gleichzeitig verstanden werden wollen. Die Akustik lässt sich fast immer mit einer Kombination aus drei Dingen verbessern: Absorption hinzufügen (Decke und Wände), Zonen abschirmen (Stellwände und Telefonboxen) und Regeln vereinbaren, wo telefoniert und besprochen wird. Hier die sieben Maßnahmen, die wir bei Re-Sound in der Praxis wirken sehen – in der Reihenfolge ihres Nutzens.

Warum Großraumbüros so laut sind

Beton, Glas, Gipskarton und Gussböden absorbieren kaum Schall. Jede Stimme wird mehrfach durch den Raum geworfen, bevor sie verklingt: Das ist Nachhall. Je länger er dauert, desto höher der Grundpegel – und desto lauter spricht jeder, um dagegen anzukommen. Dieses Hochschaukeln heißt Lombard-Effekt und erklärt, warum ein Büro um 15 Uhr so viel lauter ist als um 8 Uhr.

Das zweite Problem ist die Sprachverständlichkeit: nicht die Lautstärke, sondern die Tatsache, dass Sie Ihre Kollegen verstehen. Ein Gespräch, dem Sie folgen können, zieht Ihre Aufmerksamkeit auf sich, ob Sie wollen oder nicht. ISO 22955 (2021) beschreibt für offene Büros deshalb nicht nur den Nachhall, sondern vor allem, wie schnell der Sprachpegel mit der Entfernung abnimmt (gemessen nach ISO 3382-3). Ein gutes Großraumbüro ist eines, in dem Sie Kollegen in sechs Metern Abstand nicht mehr verstehen. In Deutschland kommen DIN 18041 (Hörsamkeit in Räumen) und VDI 2569 (Büroakustik) als Planungsgrundlage hinzu; prüfen Sie die genaue Anforderung mit Ihrem Akustiker.

Erst messen: Nachhallzeit und Abnahme des Sprachpegels

Bevor Sie etwas kaufen, messen Sie. Eine Nachhallzeitmessung (RT60, nach ISO 3382-2) dauert einen halben Tag und liefert je Oktavband die Zahl, mit der Sie rechnen können. Richtwerte, die wir ansetzen:

  • Offene Bürofläche: 0,5 bis 0,8 s, je nach Höhe und Zahl der Arbeitsplätze.
  • Besprechungsräume: ≤ 0,6 s.
  • Konzentrationszonen und Telefonboxen: so niedrig wie möglich, ≤ 0,5 s.

Messen Sie 1,0 s oder mehr, ist Absorption der erste Schritt. Liegen Sie schon bei etwa 0,6 s und es bleibt unruhig, ist die Abnahme des Sprachpegels über die Entfernung das Problem – dann helfen Zonierung und Telefonboxen mehr als weitere Paneele. Bei Re-Sound messen wir auf Anfrage.

1. Bei der Decke beginnen

Die Decke ist die größte zusammenhängende Fläche und die einzige, die jeder Arbeitsplatz „sieht“. Eine absorbierende Decke holt die Nachhallzeit am schnellsten herunter. Zwei Optionen:

  • Eine Akustik-Spanndecke: ein perforiertes Tuch mit Absorptionsmaterial dahinter, fugenlos bis 5 m Breite, an einem Tag montiert. Unser Schwesterunternehmen STRETCH montiert sie seit Jahren in Büros; mehr auf stretchplafond.be.
  • Deckenpaneele und Deckensegel aus recyceltem PET oder Holz, wo die Decke sichtbar bleiben soll (Leitungen, Sichtbeton).

Faustregel: Wer 60 bis 80 % der Deckenfläche absorbierend ausführt, löst in den meisten Büros das Nachhallproblem.

2. Wandpaneele auf die Reflexionspunkte

Nach der Decke kommen die Wände an die Reihe – aber nicht irgendwo. Schall wird am stärksten an der Wand gegenüber der Quelle und an den Längswänden eines rechteckigen Raums reflektiert. Dort gehören die Paneele hin:

  • rPET Groove (genutet, zehn Lagerfarben und jede Farbe auf Bestellung, 12 / 24 / 36 mm) für große Wandflächen, die Farbe vertragen. NRC 0,55 / 0,75 / 0,90 je nach Stärke; Brandverhalten nach EN 13501-1: Weiß, Grau und Schwarz B-s1,d0, alle anderen Farben B-s2,d0.
  • rWood Groove oder rWood Micro, wo das Interieur Wärme verlangt: FSC-zertifiziertes Furnier auf einem MDF-Kern (bei rWood Groove MDF-Lamellen auf 3 mm starkem Filz aus recyceltem PET, bei rWood Micro ein feuerhemmender MDF-Kern mit Schallkammern), αw 0,90 (Klasse A).
  • Interior, unsere modularen Textilpaneele mit abnehmbarem, waschbarem Bezug, für Zonen, in denen Paneele oft getauscht oder versetzt werden.

Hängen Sie Paneele in Ohrhöhe bis etwa 2,2 m: Dort wird Sprache reflektiert. Ein Paneel über den Schränken leistet weit weniger als dasselbe Paneel hinter einem Schreibtisch. Wie viel Fläche Ihr Büro braucht, rechnen wir in Wie viele Akustikpaneele brauche ich? vor.

3. Zonieren mit akustischen Stellwänden

Ein Großraumbüro mit 40 Arbeitsplätzen ist akustisch ein einziger Raum. Teilen Sie ihn mit freistehenden, absorbierenden Stellwänden in Gruppen von acht bis zwölf Arbeitsplätzen. Divide ist dafür gemacht: Module mit integriertem Fuß, magnetisch koppelbar, beidseitig absorbierend, ohne Montage. Sie unterbrechen Sichtverbindung und direkten Schallweg – und ziehen mit um, wenn die Teams die Plätze wechseln.

4. Telefonboxen für Telefonate

Die meisten Störungen im Großraumbüro stammen von Gesprächen, die dort nicht hingehören: Telefonate und Videokonferenzen. Jedes Telefonat in einer Telefonbox ist eines, das nicht über die Fläche schallt. Das Einstiegsmodell Solo ECO braucht 1,1 m², hat einen Stehtisch, Lüftung bis 4 m³/min und eine Steckdose mit USB und kostet ab 2.740 € zzgl. MwSt. Eine Solo Flex braucht 1 m², hat einen Sitz-Steh-Tisch, Lüftung mit 4,6 m³/min, Strom und USB-C und mindert den Sprachpegel um rund 24 dB(A) (ISO 23351-1, Klasse C); Preis ab 4.118,75 € zzgl. MwSt. Beide Preise verstehen sich ohne Transport und Montage (Transport auf dem europäischen Festland 300 € beziehungsweise 500 €, Montage durch unsere eigenen Monteure 875 € beziehungsweise 1.245 €, zzgl. MwSt.); gebaut werden beide in unserem eigenen Werk in Częstochowa. Rechnen Sie mit einer Telefonbox je acht bis zehn Arbeitsplätze, an denen viel telefoniert wird. In Telefonbox fürs Büro: Kosten, Klassen und Aufstellung rechnen wir das weiter durch.

5. Meeting-Pods statt neuer Besprechungsräume

Wer zu wenige Besprechungsräume hat, findet die Besprechungen bald auf der Fläche wieder. Ein Modular XL bietet sechs bis zehn Personen Platz, lässt sich in Elementen von 90 cm erweitern und steht ohne Umbau frei im Raum. Duo fängt die kleinen Abstimmungen auf: zwei Sitzplätze für ein Gespräch unter vier Augen – oder ein Schreibtisch über die volle Breite für einen halben Tag konzentrierter Arbeit.

6. Weiche Materialien und Möbel

Teppichfliesen, gepolsterte Stühle, Vorhänge und Bücherregale absorbieren jeweils ein wenig. Allein Teppich statt Gussboden macht in einem großen Büro bei Schritt- und Stuhlgeräuschen einen spürbaren Unterschied. Zählen Sie diese Maßnahmen nicht als Hauptabsorption – ein Teppich erreicht kein αw 0,90 –, aber berücksichtigen Sie sie bei jeder Neugestaltung.

7. Regeln und Aufteilung

Die günstigste Maßnahme: Setzen Sie die Vieltelefonierer zusammen und nicht neben Kollegen, die den ganzen Tag konzentriert arbeiten. Legen Sie Laufwege und Kaffeeküche nicht quer durch die Arbeitszonen. Vereinbaren Sie, dass Telefonate in die Telefonbox gehören und Gruppenbesprechungen in den Pod. Ohne solche Regeln füllen die Menschen die Ruhe, die die Paneele schaffen, schnell wieder auf.

Was es kostet und wo Sie beginnen

Eine realistische Reihenfolge für ein Großraumbüro von 300 m² mit dreißig Arbeitsplätzen:

  1. Messen (ein halber Tag) und die Decke angehen – die größte Wirkung pro Euro.
  2. Wandpaneele an den beiden Längswänden: 40 bis 60 m² rPET Groove oder rWood.
  3. Zwei bis drei Telefonboxen und, wenn Besprechungsräume fehlen, ein Duo oder ein Modular XL.
  4. Divide-Module zwischen den Teams und Regeln für die Nutzung.

Jeder Schritt lässt sich einzeln ausführen und nachmessen. rPET liefern wir in etwa 3 bis 4 Arbeitswochen, rWood Micro und rWood Perf in Lagerfurnieren in 3 bis 4 Wochen, rWood Groove mit einer Lieferzeit, die wir bei der Bestellung bestätigen; Telefonboxen liefern wir in vier bis sechs Wochen. Am Ende der Nutzungsdauer nehmen wir alles kostenlos zurück – in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Luxemburg. Re-Sound ist eine Marke der Stretch Group und fertigt in eigenen Werken in Beveren-Waas und Częstochowa; Sie sprechen also mit den Menschen, die das Produkt entwickeln.

Wollen Sie wissen, wo Ihr Büro steht? Fordern Sie ein kostenloses Musterpaket an oder besuchen Sie die Ausstellung in Beveren-Waas, wo alle Paneele und Telefonboxen aufgebaut sind.

Häufige Fragen

Was ist eine gute Nachhallzeit für ein Großraumbüro? Zwischen 0,5 und 0,8 Sekunden, je nach Raumhöhe und Belegung. Bei mehr als 1 Sekunde ist Absorption (Decke, Wände) der erste Schritt; wer bei etwa 0,6 Sekunden liegt und trotzdem Unruhe hat, gewinnt mit Zonierung und Telefonboxen mehr. Welche Werte Ihr Projekt einhalten muss, prüfen Sie mit Ihrem Akustiker.

Helfen Akustikpaneele gegen den Lärm der Kollegen? Ja, auf zwei Arten: Paneele verkürzen den Nachhall, sodass der Grundpegel sinkt, und sie verringern die Entfernung, über die Sie Kollegen noch verstehen. Ein Gespräch auf der Fläche machen sie nicht unhörbar; dafür sind Telefonboxen und Pods da.

Wie viele Paneele braucht ein Großraumbüro? Als Faustregel 15 bis 20 % der Bodenfläche an Absorption der Klasse A oder B, zusätzlich zu einer absorbierenden Decke. Wie Sie das für Ihren Raum nachrechnen, zeigt unser Beitrag zur Anzahl der Akustikpaneele.

Quellen: ISO 22955:2021 (akustische Qualität offener Büros); ISO 3382-3 (Sprachabnahme in offenen Büros); ISO 3382-2 (Nachhallzeitmessung); ISO 11654 (Absorptionsklassen); DIN 18041 und VDI 2569 als Hinweise; Produktdaten Re-Sound.

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