Wie viele Akustikpaneele brauche ich? Eine Rechenanleitung pro Raum
Sabine-Formel, Richtwerte, ISO-11654-Klassen und 4 Rechenbeispiele: so viele Akustikpaneele brauchen Besprechungsraum, Büro, Restaurant und Klassenzimmer.

Wie viele Akustikpaneele Sie brauchen, ergibt sich aus drei Zahlen: dem Raumvolumen, der Nachhallzeit, die Sie heute haben, und der Nachhallzeit, die Sie erreichen wollen. Die Sabine-Formel macht daraus Quadratmeter Absorption; der αw-Wert des Paneels macht daraus Paneele. Im Folgenden: die Methode, Richtwerte, die Klassen nach ISO 11654 und vier durchgerechnete Räume.
Die Sabine-Formel, verständlich erklärt
Die Nachhallzeit (RT60 oder T) ist die Zeit, in der der Schallpegel nach dem Verstummen der Quelle um 60 dB abfällt. Sabine beschreibt sie so:
T = 0,161 × V / A
- V ist das Raumvolumen in m³ (Länge × Breite × Höhe).
- A ist die gesamte Absorption im Raum in m² Sabine: jede Fläche multipliziert mit ihrem Absorptionsgrad.
Umgestellt lautet die Formel A = 0,161 × V / T. Rechnen Sie A einmal für die gemessene und einmal für die gewünschte Nachhallzeit aus; die Differenz ist die Absorption, die fehlt. Geteilt durch den αw des Paneels ergibt sie die Paneelfläche in m².
Die Formel setzt gleichmäßig verteilte Absorption voraus und rechnet je Frequenzband; für Büros, Klassenzimmer und Gastronomie ist sie genau genug, um ein Angebot darauf zu stützen.
Welche Nachhallzeit ist das Ziel?
Unsere Richtwerte in Sekunden für die mittleren Frequenzen (500 bis 2.000 Hz):
| Raum | Zielwert |
|---|---|
| Besprechungsraum, Raum für Videokonferenzen | ≤ 0,6 s |
| Großraumbüro | 0,5–0,8 s |
| Klassenzimmer | 0,6–0,8 s |
| Restaurant, Café | 0,6–0,8 s |
| Sporthalle, Mensa | 1,0–1,5 s |
Muss ein Projekt eine Norm erfüllen, ist in Deutschland DIN 18041 (Hörsamkeit in Räumen) die Planungsgrundlage, für Büros ergänzt um VDI 2569; ISO 22955 und ISO 3382-3 beschreiben offene Büros. Wie DIN 18041 den Sollwert aus dem Raumvolumen ableitet, zeigt der Beitrag DIN 18041: Nachhallzeit im Büro. Jedes Regelwerk setzt eigene Kriterien; prüfen Sie die genaue Anforderung mit Ihrem Akustiker.
Ein harter Raum mit Glas, Gipskarton und Fliesen liegt meist zwischen 1,0 und 1,5 s. Ohne Messung setzen Sie 1,2 s für ein leeres Büro und 1,4 s für ein leeres Restaurant an. Auf Wunsch messen wir.
Was ein Paneel wirklich absorbiert: αw und die Klassen nach ISO 11654
Der αw (ISO 11654) ist der bewertete Schallabsorptionsgrad eines Paneels, von 0 (reflektiert alles) bis 1 (absorbiert alles), eingeteilt in Klassen:
| Klasse | αw |
|---|---|
| A | 0,90–1,00 |
| B | 0,80–0,85 |
| C | 0,60–0,75 |
| D | 0,30–0,55 |
| E | 0,15–0,25 |
Unsere Reihen: Interior (Textil) αw 1,0, Klasse A. rWood Groove und rWood Micro αw 0,90, Klasse A. Beim 12 mm starken rPET Panel entscheidet die Montage: direkt auf der Wand αw 0,25 (Klasse D), mit 50 mm Luftschicht 0,60 (Klasse C), mit 100 mm Luftschicht 0,80 (Klasse B), mit 50 mm Luftschicht plus 50 mm Steinwolle 1,00 (Klasse A). Für rPET Groove, das aus dieser Platte gefräst wird, ist nur der NRC veröffentlicht (0,55, 0,75 und 0,90 bei 12, 24 und 36 mm); die Sabine-Formel verlangt einen αw, deshalb rechnen die Beispiele unten mit dem rPET Panel und seiner Montage. Rechnen Sie immer mit dem Wert der Montage, die Sie tatsächlich ausführen.
Rechnen Sie mit der tatsächlichen Paneelfläche: Ein rPET Panel von 2.800 × 1.220 mm hat 3,42 m², eines von 2.440 × 1.220 mm 2,98 m².
Rechenbeispiel 1: Besprechungsraum, 56 m³
Raum von 5 × 4 m bei 2,8 m Höhe, Teppichfliesen, gepolsterte Stühle, eine Glaswand. Gemessen: 0,9 s. Ziel: 0,6 s.
- Vorhanden: 0,161 · 56 / 0,9 = 10,0 m² Sabine
- Nötig: 0,161 · 56 / 0,6 = 15,0 m² Sabine
- Fehlend: 5,0 m² Sabine
Mit dem rPET Panel 12 mm auf 100 mm Luftschicht (αw 0,80): 5,0 / 0,80 = 6,3 m² Paneelfläche, also zwei Platten von 2.800 × 1.220 mm (6,84 m²) gegenüber dem Bildschirm und hinter den Sprechenden. Auf 50 mm Luftschicht mit 50 mm Steinwolle (αw 1,00) oder mit Interior (αw 1,0) genügen 5 m². Das ist rund ein Drittel der Bodenfläche – normal für einen kleinen, harten Raum.
Rechenbeispiel 2: Großraumbüro, 720 m³
Fläche 20 × 12 m, 3 m hoch, 30 Arbeitsplätze, Gussboden, Betondecke. Geschätzt: 1,2 s. Ziel: 0,7 s.
- Vorhanden: 0,161 · 720 / 1,2 = 96,6 m² Sabine
- Nötig: 0,161 · 720 / 0,7 = 165,6 m² Sabine
- Fehlend: 69,0 m² Sabine
Alles an die Wände zu hängen hieße 69,0 / 0,90 = 77 m² Paneelfläche der Klasse A – mehr als die Hälfte beider Längswände. Besser verteilt:
- Decke: 50 m² Deckenabsorber der Klasse A (angenommen αw 0,9) = 45,0 m² Sabine. Eine Akustik-Spanndecke über die ganze Fläche bringt noch mehr.
- Wände: 30 m² rWood Groove (αw 0,90) = 27,0 m² Sabine an den Reflexionspunkten.
- Zusammen 72,0 m² Sabine – Ziel erreicht, und die Bürofläche wirkt sichtbar ruhiger.
Telefonate, die danach noch stören, löst kein Paneel; dafür gibt es die Telefonbox.
Rechenbeispiel 3: Restaurant, 525 m³
Gastraum 15 × 10 m, 3,5 m hoch, Fliesen, viel Glas, 60 Gedecke. Leer gemessen: 1,4 s. Ziel: 0,7 s.
- Vorhanden: 0,161 · 525 / 1,4 = 60,4 m² Sabine
- Nötig: 0,161 · 525 / 0,7 = 120,8 m² Sabine
- Fehlend: 60,4 m² Sabine
Vorschlag: 55 m² Decke in Klasse A (αw 0,9, 49,5 m² Sabine) plus 15 m² rWood Groove hinter den Sitzbänken (αw 0,90, 13,5 m² Sabine) = 63,0 m² Sabine. Die Gäste bringen selbst Absorption mit (0,4 bis 0,5 m² Sabine pro Person), sodass der Raum bei voller Belegung unter 0,6 s fällt.
Rechenbeispiel 4: Klassenzimmer, 179 m³
Klassenzimmer 8 × 7 m, 3,2 m hoch, Fliesenboden, Gipskartondecke, eine verglaste Wand. Gemessen: 1,2 s. Ziel: 0,6 s (unser Richtwert; den Sollwert nach DIN 18041 für Ihren Unterrichtsraum prüfen Sie mit Ihrem Akustiker).
- Vorhanden: 0,161 · 179 / 1,2 = 24,0 m² Sabine
- Nötig: 0,161 · 179 / 0,6 = 48,0 m² Sabine
- Fehlend: 24,0 m² Sabine
Vorschlag: 30 m² absorbierende Decke in Klasse A (αw 0,9, 27,0 m² Sabine) plus zwei Platten rPET Panel von 2.800 × 1.220 mm an der Rückwand auf 100 mm Luftschicht (6,84 m², αw 0,80, 5,5 m² Sabine). Zusammen 32,5 m² Sabine, deutlich über den nötigen 24,0: Der Raum bleibt auch leer unter 0,6 s. Für Schulen empfehlen wir rPET: nach EN 13501-1 B-s1,d0 in Weiß, Grau und Schwarz, B-s2,d0 in allen anderen Farben (prüfen Sie die genaue Anforderung mit Ihrem Akustiker), OEKO-TEX Standard 100, zehn Lagerfarben, Platte für Platte austauschbar.
Faustregeln und die richtige Platzierung
Für ein erstes Budget ohne Messung:
- Mit absorbierender Decke (60 bis 80 % der Deckenfläche in Klasse A): zusätzlich 10 bis 15 % der Bodenfläche als Wandpaneele der Klasse A oder B.
- Ohne Deckenbehandlung: 30 bis 50 % der Bodenfläche als Wandpaneele; je höher der Raum, desto mehr.
- Kleine, harte Räume brauchen anteilig am meisten, große, möblierte Räume am wenigsten.
- Pro Person dürfen Sie 0,4 bis 0,5 m² Sabine abziehen – rechnen Sie den Raum trotzdem leer durch.
Die Platzierung zählt so viel wie die Menge:
- In Ohrhöhe (1,0 bis 2,2 m), wo Sprache reflektiert wird, nicht über den Schränken.
- An zwei aneinandergrenzenden Wänden, nicht an zwei gegenüberliegenden, um Flatterechos zu brechen.
- Gegenüber der Schallquelle: die Wand gegenüber dem Bildschirm oder der Theke.
- Über den Raum verteilt statt in einem Block.
Der Nachhallrechner rechnet mit derselben Formel. Oder schicken Sie uns über die Kontaktseite Abmessungen, Oberflächen und – falls vorhanden – die gemessene Nachhallzeit; wir prüfen die Rechnung und schlagen Ihnen die Paneele je Wand vor. In unserer Ausstellung in Beveren-Waas vergleichen Sie die Reihen vor Ort. Als Marke der Stretch Group fertigt Re-Sound in eigenen Werken in Beveren-Waas (Belgien) und Częstochowa (Polen): Rechnung und Produkt kommen aus denselben Händen.
Häufige Fragen
Wie viele Akustikpaneele braucht ein Büro von 100 m²? Ohne absorbierende Decke und bei 3 m Raumhöhe rechnen Sie mit 30 bis 40 m² Wandpaneelen der Klasse B (etwa das rPET Panel 12 mm auf 100 mm Luftschicht, αw 0,80), um von 1,2 auf 0,7 s zu kommen. Mit absorbierender Decke genügen 10 bis 15 m² an den Wänden.
Spielt die Stärke des Paneels eine große Rolle? Eine kleinere Rolle als die Montage. Das rPET Panel 12 mm erreicht αw 0,25 (Klasse D) direkt auf der Wand, 0,80 (Klasse B) auf 100 mm Luftschicht und 1,00 (Klasse A) auf 50 mm Luftschicht mit 50 mm Steinwolle. Auch die Stärke hilft: rPET Groove erreicht NRC 0,55, 0,75 und 0,90 bei 12, 24 und 36 mm. Rechnen Sie mit dem Wert der Montage, die Sie tatsächlich ausführen.
Kann ich zu viele Paneele aufhängen? Ja: Unter 0,4 s klingt ein Raum dumpf, und die Menschen sprechen lauter, weil sie sich selbst nicht mehr hören. Halten Sie sich an den Richtwert und verteilen Sie die Paneele im Raum.
Quellen: W. C. Sabine, Collected Papers on Acoustics (Sabine-Formel); ISO 11654 (Absorptionsklassen); ISO 22955 und ISO 3382-3 (offene Büros); DIN 18041 und VDI 2569 (Hinweise für Deutschland); EN 13501-1 (Brandverhalten); Produktdaten Re-Sound.